Ist Verhalten oder Charakter angeboren oder anerzogen ?
Inzwischen hat man sich hinsichtlich dieser Frage vom Entweder-Oder auf ein Sowohl-als-auch verständigt. Erbanlagen und Umwelteinflüsse wirken oft auf komplexe und nicht immer verstandene Weise zusammen, um aus einem Menschen das zu machen, was er ist. Sehr vereinfacht könnte man sagen: der Mensch ist wie eine Waschmaschine, in der ein Programm abläuft. Mit einem Jahr – durschnittlich – kann ein Kind allein stehen und fängt an, laufen zu lernen, spätestens mit drei wird es “sauber” sein und mit 18 den Führerschein machen. Es gibt Neugeborene, die von “Natur aus” aktiv sind und mit wenig Schlaf auskommen. Andere sind nicht aus der Ruhe zu bringen, schlafen wie die Murmeltiere und sind schon in der Wiege “stille Wasser”. Nachteulen und Frühaufsteher werden geboren, nicht erzogen.
Es gibt wohl eine Anlage zur Bewegung, aber ob sich der Bewegungsdrang in sportlichen Spielen oder in Prügeleien auslebt, dürfte wieder eine Frage der äußeren Einflüsse sein und von der Erziehung mit abhängen. In den USA, so weiß man, hängt die Aggressivität von Kindern zum Teil vom sozialen Umfeld ab, in dem sie aufwachsen und teils von ihrer Familie. Kinder aus sehr armen Familien sind – im Durschnitt – agressiver als Kinder der Mittel- oder Oberschicht. Aber wie sich die Agressivität ausdrückt – durch Prügeln, Schreien, Rückzug oder Diskutieren – hängt vom Vorbildverhalten der Eltern ab und davon, was sie durch ihre Erziehungsmethoden fördern oder verhindern.
“Kinder aus sehr armen Familien sind – im Durschnitt – agressiver als Kinder der Mittel- oder Oberschicht.” Deine Aussage klingt für mich rein nach “je reicher der Mensch, desto besser und edel”. Diese These finde ich überholt und absolut falsch. Armut hat weder was mit Aggressivität noch mit mangelnder Intelligenz zu tun. Die Gewalt in “Mittel- oder Oberschichten” äußert sich nicht weniger häufig, sondern eher in subtileren, psychischen Variationen. (Wo bsp. das Haustier aus dem 5. Stock geschmissen wird) Diese finde ich nicht weniger gefährlich als handgreifliche “Erziehungsmethoden”.
ahja zum thema gene: ich hielt vieles davon für bullshit. aber in einem artikel (glaube im neon) stand was von einem knochenmarkspender, der zufälligerweise nahezu diesselben gene hatte wie der empfänger (nach der dna betrachtet hätten die sogar zwillinge sein können!). die jeweiligen lebensgeschichten der beiden liesen sich nahezu parallel verfolgen. selbst die ehefrauen und kinder und haustiere haben alle denselben namen. sehr viele ähnlichkeiten haben sich unerwarteterweise bei beiden aufgetan. obwohl sie tatsächlich weder verwandt noch vor der spende miteinander bekannt waren. voll arg. hinter den ganzen sachen stecken viel mehr interessante dinge als man glaubt. bin gespannt falls wir es erleben dürfen was noch alles gelüftet wird