Wir gebrauchen den Begriff der “Reifung”, um deutlich zu machen, dass menschliches Verhalten weitehend von genetischen Faktoren bestimmt ist. Dieses Konzept wird sehr gut durch die pränatalen Entwicklung veranschaulicht: Der Fötus entwickelt sich weitgehend unahängig von der Außenwelt nach einem vorgegebenen, “angeborenen” Zeitplan. Wenn das Kind zu früh geboren wird, wird es sich – etwa ab der 26. Woche ist dies möglich – in einem Brutkasten normal weiter entwickeln. Natürlich kann diese Entwicklung gestört werden – durch Krankheit der Mutter, wie z.B Röteln, oder durch Drogen, wozu auch Nikotin und Alkohol zählen.
Wenn die Umweltbedingungen nicht zu störend sind, werden Kinder selbst aus unterschiedlichen Kulturen besonders in den ersten Jahren in etwa in den gleichen Entwicklungsschritten “heranreifen”. Die einen werden etwas “früher dran” sein, die anderen sind Spätentwickler, und manche werden schon als Senkrechtstarter geboren. Aber im Großen und Ganzen ergibt sich bei allen individuellen Abweichungen doch ein einheitliches Bild.
Laufen lernen
Kinder müssen das Laufen nicht wirklich “lernen”. Die Fähigkeit dazu entwickelt sich nach einem relativ festen Schema, wenn auch mit kleinen individuellen Abweichungen:
2 Monate Kopf heben
3 Monate vom Bauch auf den Rücken rollen
4 Monate Sitzen mmit Unterstützung
6 Monate alleine sitzen, mit Unterstützung stehen
9 Monate mit Unterstützung laufen
10 Monate Krabbeln und Kriechen
11 Monate alleine stehen
12 Monate alleine laufen